Eine neue Anwendung ist produktiv. Die Abnahme ist abgeschlossen, das Projektteam hat geliefert.
Für die Menschen, die täglich damit arbeiten, beginnt jetzt der Alltag.

Erreichbar heißt noch nicht betriebsfähig
Ein vereinfachtes Beispiel aus dem ÖPNV: Eine Anwendung zur Bearbeitung von Kundenanliegen ist erreichbar. Die Anmeldung funktioniert. Einige Anliegen werden aber nicht an die zuständige Stelle weitergeleitet.
Wer bemerkt das? Wer bewertet die Auswirkungen? Und wer koordiniert die Lösung, wenn mehrere Systeme oder Dienstleister beteiligt sind?
Fünf Fragen vor dem Go-live
Für mich gehören diese Fragen früh in die Projektplanung:
- Wer trägt die Verantwortung für den laufenden Betrieb?
- Woran erkennen wir, dass die fachlichen Abläufe funktionieren?
- Wie können Mitarbeitende Probleme melden, und wer hält sie über die Bearbeitung auf dem Laufenden?
- Wie stellen wir nach einer Störung sicher, dass liegen gebliebene Vorgänge weiterbearbeitet werden?
- Wer plant notwendige Updates und die weitere Pflege?
Der spätere Betrieb beginnt in der Entwicklung
Die Antworten beeinflussen bereits die Entwicklung:
Welche Informationen muss eine Anwendung für die Fehleranalyse liefern? Welche Aufgaben müssen im Support übernommen werden? Welches Wissen braucht das Betriebsteam?
Aus meiner Sicht gehört Betriebsfähigkeit deshalb zu einer guten Softwarelösung. Sie entsteht durch technische Vorbereitung, klare Zuständigkeiten und eine verständliche Übergabe.
